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Ein Weckruf für unsere Demokratie: Mannheimer Reden mit Cathryn Clüver Ashbrook

In den USA lässt sich täglich beobachten, wie Freiheit ausgehöhlt wird. Wie es dazu kam und wie es sich in Deutschland verhindern lässt, diskutierte die Politologin Cathryn Clüver Ashbrook bei den Mannheimer Reden von SRH und dem Nationaltheater Mannheim.

Veranstaltung mit Cathryn Clüver Ashbrook auf der Bühne, Publikum im Vordergrund, Hintergrund mit Text über Demokratie.

Amerika verändert sich, das lässt sich täglich in den Nachrichten lesen. „Politiker beten öffentlich in den USA und heben damit die verfassungsgemäße Trennung von Kirche und Staat auf. In manchen Schulen wird jetzt wieder nach Hautfarbe und Glaube getrennt unterrichtet. Es wurde ein neuer Lehrplan für Geschichte verabschiedet, der die Sklaverei nicht mehr thematisiert. Es wurden Wahlkreise neu geordnet, die etwa dafür sorgen, dass die Stimme von Schwarzen weniger zählt. Und das war nur die letzte Woche.“ Spätestens da hatte die deutsch-amerikanische Politologin Cathryn Clüver Ashbrook bei den „Mannheimer Reden“ klar gemacht, wie weitreichend die Veränderung tatsächlich ist.

Unter dem Titel „Ein Weckruf für unsere Demokratie“ zeigte sie, wie einst selbstverständliche Rechte systematisch ausgehöhlt werden – und was das für die Entwicklung in Europa und Deutschland bedeutet. Das Bildungs- und Gesundheitsunternehmen SRH hatte gemeinsam mit dem Nationaltheater Mannheim (NTM) erneut ins Alte Kino Franklin eingeladen, um zu diskutieren, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Passenderweise an dem Ort, wo vor einigen Jahren noch die Gemeinschaft mit amerikanischen Soldaten und ihren Familien das Stadtbild prägte.

Foto: Patrick Mombaur, Vorstand der SRH, steht am Rednerpult der Mannheimer Reden
Gesundheit, Bildung, Freiheit - SRH-Vorstand Patrick Mombaur sprach unter anderem über die drei Grundvoraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben.

SRH-Vorstand Patrick Mombaur betonte zu Beginn seine vielen positiven Erfahrungen als Schüler und Berufsanfänger in den USA: „Das Erlebnis der Freiheit dort hat mich geprägt. Und um diese Freiheit als Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben zu sichern, können die Mannheimer Reden als Dialogformat einen Impuls geben.“

„Eine Republik – wenn ihr sie bewahren könnt.“

Um zu verstehen, warum diese Freiheit in den USA so ein hohes Gut ist und dennoch aktuell untergraben wird, fing Cathryn Clüver Ashbrook anschließend bei den Gründervätern an. Nach der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung waren die Menschen gespannt, für welche Staatsform man sich entschieden hatte. Viele von ihnen waren doch selbst vor der Unterdrückung in einer Monarchie geflohen. „It’s a republic – if you can keep it“, wies schon Benjamin Franklin auf die Zerbrechlichkeit der Demokratie hin. „Das erste Mal wurden hier die Werte der europäischen Aufklärung in eine Rechtsform gegossen, die es zu verteidigen gilt“, betonte die Politikwissenschaftlerin die Bedeutung.

Foto: Cathryn Clüver Ashbrook
Engagiert ordnete Cathryn Clüver Ashbrook die Entwicklung im Land ihrer Vorfahren ein.

Dass diese Werte nun „mit unglaublicher Geschwindigkeit überrannt“ würden, sei aber Teil einer längeren Entwicklung: „Wir haben hier über 30 Jahre Vernachlässigung toleriert“, mahnte Clüver Ashbrook. Sie spannte den Bogen von der Abschaffung des Fairness-Gesetzes in der Medienberichterstattung unter Ronald Reagan bis zur Finanzkrise und einem umfassenden Pessimismus. „Der amerikanische Traum ist ausgeträumt.“

Gleichzeitig habe die „Make America Great Again“-Bewegung lokale Gemeinschaften aufgebaut, etwa in Jugendgruppen. Während die Demokraten Konzepte formulieren, erreichen die Republikaner die Emotionen der Menschen und versprechen Wohlstand und Führung unter einem Präsidenten, der immer mehr Macht auf sich vereint und Proteste militärisch zurückdrängen lässt. „‘Der Präsident soll nicht darüber nachdenken müssen, ob etwas machbar, legal oder moralisch ist‘“, zitierte Clüver Ashbrook Trumps hohen Regierungsbeamten Russell Vought und schob nach: „Das, was hier passiert, ist die DDR auf Crack!“

Foto: SRH-Vorstand Patrick Mombaur, Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht, Cathryn Clüver Ashbrook, Moderator Nabil Atassi und NTM-Intendant Christian Holtzhauer lächeln in die Kamera, hinter ihnen das Publikum der Mannheimer Reden
SRH-Vorstand Patrick Mombaur, Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht, Cathryn Clüver Ashbrook, Moderator Nabil Atassi und NTM-Intendant Christian Holtzhauer (v.l.n.r.) / Fotos: Natalie Grebe, NTM

Räume der Gemeinschaft: Dialog mit jungen Leuten

Wie machen wir dagegen unsere Demokratie wehrhaft, so die zentrale Frage der anschließenden Diskussion mit SWR-Moderator Nabil Atassi. Clüver Ashbrook zitierte unter anderem eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, wonach rechte Politik dort systematisch weniger Stimmen bekomme, wo in Infrastruktur investiert wird. Gleichzeitig plädierte sie für eine Parteiendurchlässigkeit und eine zeitliche Begrenzung von Mandaten, um jungen Leuten den Einstieg in die Politik zu erleichtern.

Dass auch hierzulande Politik „an der Jugend vorbei gemacht werde“, kritisierte eine Schülerin in der Diskussion mit dem Publikum. „Was tun Sie selbst für den Erhalt der Demokratie?“, fragte eine Besucherin Cathryn Clüver Ashbrook. „Ich veranstalte Wertedialoge mit Schülern, gerade in Gegenden, wo sich etwa nicht genügend Lehrer für Fächer wie Gemeinschaftskunde finden.“

Zum Schluss appellierte Clüver Ashbrook an das Engagement jeder und jedes Einzelnen: Wichtig sei, Räume für Gemeinschaft und Austausch zu schaffen und sie nicht denen preiszugeben, die Botschaften von Angst verbreiten und behaupten, Gemeinschaft funktioniere nur, wenn man andere ausgrenze. „Geben Sie Verzweiflung und Pessimismus nicht nach, seien Sie für Ihre Gemeinschaft präsent. We are the people we’ve been waiting for!“

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