Heidelberg

Saubere Hände – sichere Patienten!

Bis zu 600.000 Krankenhausinfektionen gibt es jedes Jahr in Deutschland. Da die meisten Erreger über die Hände verbreitet werden, ist die Qualität der Händedesinfektion entscheidend, um dem vorzubeugen. Zum Internationalen Aktionstag Patientensicherheit sensibilisiert das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg für dieses wichtige Thema.

Ein professionelles Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten ist das eine – von ebenso hoher Bedeutung ist das Hygienemanagement eines Krankenhauses. Hygiene ist das oberste Gebot, wenn es um die Sicherheit von Patienten geht. Ein wichtiger Baustein ist die richtige Desinfektion der Hände.

Beim Aktionstag am 12. September gab Cornelia Meier, Hygienefachkraft des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene (BZH), praktische Tipps zur richtigen Händehygiene und zum Hautschutz. Nur wer eine ausreichende Menge Desinfektionsmittel verwendet und dieses mindestens 30 Sekunden einwirken lässt, macht alles richtig. Zudem ist es wichtig, die Flüssigkeit in den Händen, an Daumen und Fingerspitzen zu verteilen und einzureiben, bis die Hände getrocknet sind. Um den Schutz der eigenen Haut muss sich dabei übrigens niemand sorgen: Desinfektionsmittel haben neben dem Infektionsschutz auch eine pflegende und rückfettende Wirkung.

Am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg wird Sicherheit im Arbeitsalltag groß geschrieben. Auf Initiative von Dr. Andreas Becker, Ärztlicher Direktor des SRH Kurpfalzkrankenhauses Heidelberg, ist ein „Safety Huddle Board“ im Einsatz. Das Whiteboard hängt gut sichtbar im Krankenhausflur und bildet zahlreiche Aspekte zu Sicherheit, Hygiene und Behandlungsqualität ab: Wie viele Tage sind seit dem letzten Reanimationsalarm vergangen? Wie hoch ist der Desinfektionsmittelverbrauch? Wie lange ist es her, dass ein Patient gestürzt ist?

„Gerade im Krankenhaus ist es essenziell, jederzeit den Überblick zu behalten. Das Safety Huddle Board hilft uns dabei – und natürlich den Patienten: Es bildet schwarz auf weiß ab, wie wir arbeiten. Das motiviert uns, noch besser zu werden“, sagte Dr. Andreas Becker. Eine wesentliche Rolle spielen die Rückmeldungen von Patienten und Angehörigen. Mit einem Fragebogen und über ein Bewertungsterminal wird erhoben, wie zufrieden sie mit ihrem Aufenthalt sind und wie wahrscheinlich sie das Krankenhaus weiterempfehlen würden. Die Ergebnisse werden ebenfalls auf dem Safety Huddle Board veröffentlicht. Ein praktischer Aspekt des Boards: Auf den ersten Blick ist zu sehen, wer gerade die Station und wer die Schicht leitet, welche Ärzte im Dienst sind und welches Sekretariat besetzt ist.

Das Safety Huddle Board bietet tagesaktuelle Orientierung und weist die Richtung für die Zukunft: „Um vorzubeugen, entwickeln wir im Rahmen des innerklinischen Qualitäts- und Risikomanagements Aktionspläne. Zum Beispiel haben wir Infoblätter verteilt, mit denen wir Mitarbeiter, Patienten und Angehörige für multiresistente Erreger sensibilisieren – und für die damit verbundenen notwendigen Maßnahmen“, sagte Dr. Andreas Becker.

Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg ist ein Fachkrankenhaus für Innere Medizin, Kardiologie und Neurologie mit 94 Betten. Zum Angebot gehören eine Dialyseabteilung sowie eine der größten Gerinnungsambulanzen in Deutschland. Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg unterstützt zudem als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg Forschung und Lehre. In Kooperation mit dem Deutschen Beratungszentrum für Hygiene (BZH) werden Mitarbeiter regelmäßig rund um das Thema Hygiene geschult.