Heidelberg

Gemeinsam für mehr Patientensicherheit

Antibiotika sinnvoll einsetzen, Zwang in der Psychiatrie reduzieren, möglichst wenige Blutkonserven verfallen lassen – für diese drei Projekte gab es den Qualitätspreis der SRH Kliniken.

Die Sicherheit der Patienten steht und fällt mit der Qualität der Krankenhausbehandlung. Die Verbesserung von Abläufen und Behandlung im Krankenhaus ist ein kontinuierlicher Prozess: Deshalb vergibt die SRH Kliniken GmbH jedes Jahr einen Qualitätspreis. Der erste Platz geht an das SRH Wald-Klinikum Gera.

Die Thüringer Klinik engagiert sich im Antibiotic Stewardship-Netzwerk für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika. Diese sind wichtige Medikamente zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Durch ihren fehlerhaften Einsatz können Resistenzen entstehen. Das Ziel des SRH Wald-Klinikums ist es, Antibiotika nur dann einzusetzen, wenn es für die Therapie unverzichtbar ist. Langfristig führt dies zu einer verbesserten Patientensicherheit. „Krankenhausinfektionen und Antibiotikaresistenzen haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Deshalb ist es wichtig, das Bewusstsein für einen sinnvollen Umgang bei Ärzten, Pflegekräften und auch Patienten zu schärfen“, sagt Werner Stalla, Geschäftsführer der SRH Kliniken GmbH.

Mit ihren innovativen Projekten konnten zwei weitere SRH Kliniken überzeugen. Insgesamt wurden dieses Jahr zwölf Projekte zur Qualitätssteigerung eingereicht. Am SRH Krankenhaus Landkreis Sigmaringen wurde ein neuer Standard für die Reduzierung von Zwangsmaßnahmen und gewaltsamen Übergriffen in der Psychiatrie eingeführt. Durch Kriseninterventionstraining und bessere Deeskalationsstrategie sinkt die Zahl der Fixierung. Ziel ist es, Zwangsmaßnahmen deutlich seltener und tatsächlich als allerletzte Maßnahme zu ergreifen, da sie für Patienten und Angehörige sowie Mitarbeiter eine erhebliche psychische Belastung sind. Die Pilotstudie „Sigmaringer Modell“ ist die erste Adaption eines amerikanischen Leitfadens in einer deutschen Einrichtung und wurde mit dem zweiten Platz gewürdigt.

Blutkonserven sind ein wertvolles Gut, mit dem sorgsam umgegangen werden sollte. Deshalb hat sich das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach vorgenommen, möglichst wenige Blutkonserven verfallen zu lassen. Durch das Projekt „Minimierung des Verfalls von Blutkonserven bei gleichbleibend hoher Patientensicherheit“ wird im Klinikum weniger eingelagert und Blutkonserven rationiert verabreicht. Ziel ist es, Patienten effektiver und sicherer zu versorgen und dabei den Verfall sowie die Kosten möglichst gering zu halten.