Heidelberg

Zwischenstopp Hauptbahnhof: Flüchtlingshilfe, die ankommt

Sie spenden warme Kleidung, Nahrungsmittel – und nicht zuletzt Hoffnung: Nacht für Nacht engagieren sich ehrenamtliche Helfer des Vereins "Mannheim sagt Ja!" für Flüchtlinge, die am Mannheimer Hauptbahnhof ankommen. Die Flüchtlingsinitiative der SRH hat die Bahnhofshelfer unterstützt.

"Für mich ist es selbstverständlich, zu helfen. Wenn Flüchtlinge in Mannheim ankommen, haben sie oft unvorstellbare Strapazen hinter sich, sind erschöpft und manchmal krank. Dann sind wir da und kümmern uns", sagt Bärbel Grüll, Lehrerin an der Stephen-Hawking-Schule der SRH in Neckargemünd. Dort sammelt sie Spenden, die in ihr Engagement für den Verein "Mannheim sagt Ja!" fließen.

Am Hauptbahnhof gehen ehrenamtliche Helfer auf Neuankömmlinge zu. Die meisten sind auf der Durchreise zu einer Erstaufnahmeeinrichtung, müssen in Mannheim umsteigen oder haben ihren Anschlusszug verpasst. In der Wartezeit werden sie mit Decken, heißer Suppe, Tee und Hygieneartikeln versorgt. Unter den Bahnhofshelfern befinden sich Flüchtlinge, die schon länger in Deutschland sind. Sie übersetzen, bauen Brücken. Die Teams bieten Orientierung und trocknen mit Hilfe von Kuscheltieren und Seifenblasen die Tränen der Kleinsten. Im Notfall organisieren die Bahnhofshelfer auch Übernachtungsmöglichkeiten, denn nachts ist der Mannheimer Hauptbahnhof geschlossen.  

Bärbel Grüll war es, die das Projekt "Bahnhofshelfer" zur Förderung vorgeschlagen hat. "Über die Unterstützung der SRH Flüchtlingsinitiative habe ich mich sehr gefreut, denn sie drückt Wertschätzung für unsere Arbeit aus", sagt sie und ergänzt: "Wir können vielen Familien helfen, die eine Unterkunft für die Nacht oder ein neues Zugticket brauchen."

Seit September 2015 investiert die SRH 30.000 Euro, um das Engagement ihrer Mitarbeiter zu fördern. Diese können bis zu vier Tage Sonderurlaub für ihr Ehrenamt beantragen. Die Resonanz auf die Flüchtlingsinitiative der SRH ist groß: Bisher hat das Unternehmen mehr als 20 Projekte von Mitarbeitern in den Tochterunternehmen mit insgesamt rund 13.000 Euro unterstützt. "Als Anbieter von Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen ist diese Initiative Teil unserer sozialen Verantwortung. Wir sind in der glücklichen Situation, helfen zu können. Dafür müssen alle an einem Strang ziehen und es ist schön zu sehen, wie sich unsere Kollegen einbringen", sagt Dr. Stefan Müller, Koordinator der SRH Flüchtlingsinitiative.

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