Heidelberg

Zukunft der Pflege sichern

In Deutschland fehlen Pflegekräfte. Die SRH reagiert darauf und qualifiziert als Partner des internationalen Projekts „Triple Win“ Fachkräfte aus dem Ausland.

 

Serbien, Bosnien-Herzegowina und die Philippinen – in diesen Ländern gibt es zu viele Pflegekräfte für zu wenige Stellen. In Deutschland werden stattdessen immer mehr Fachkräfte benötigt. Das Statistische Bundesamt prognostiziert, dass bis 2025 bis zu 214.000 ausgebildete Pflegekräfte fehlen.

Die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben diese Chance erkannt und qualifizieren ausländische Fachkräfte mit dem Projekt „Triple Win“. Vier SRH Kliniken sowie die SRH Berufliche Rehabilitation in Baden-Württemberg beteiligen sich daran. „Wir wirken damit gezielt dem Fachkräftemangel in Süd-Deutschland entgegen und nutzen das Potenzial internationaler Pflegefachkräfte“, sagt Werner Stalla, Geschäftsführer der SRH Kliniken.

Das Projekt heißt „Triple Win“, da es für alle Beteiligten einen Vorteil bietet: ausländische Fachkräfte erhalten die Möglichkeit, in Deutschland zu arbeiten, die Herkunftsländer werden entlastet und die Unternehmen gewinnen gut ausgebildete Mitarbeiter. Die Auswahl der Partnerländer orientiert sich am Kodex der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für internationale Rekrutierung von Gesundheitsfachpersonal.

„Triple Win“ wurde bereits 2013 erfolgreich am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach durchgeführt. „Für mich persönlich war Triple Win eine gute Sache. Ich komme aus Bosnien und habe von einer Freundin davon erfahren. Es war für mich vielleicht etwas einfacher, weil ich schon seit dem siebten Lebensjahr Deutsch lerne. Ich habe mich hier sehr gut eingelebt“, sagt Rastko Savicic aus Bosnien. Er kam 2013 an die SRH Klinik nach Karlsbad-Langensteinbach und arbeitet in der Stroke Unit zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten. Nach dem erfolgreichen Start weitet die SRH das Konzept nun auf weitere SRH Kliniken in Baden-Württemberg aus.

Noch im Herkunftsland werden die Fachkräfte sprachlich und fachlich auf ihre berufliche Tätigkeit und das Leben in Deutschland vorbereitet. Sie müssen in einer Sprach-Prüfung in Kooperation mit dem Goethe Institut ihre guten Deutschkenntnisse nachweisen. Außerdem lernen sie praxisorientiert die Unterschiede in Ausbildung und Tätigkeit des Pflegeberufs im Vergleich zu ihrem Heimatland kennen und können sich darauf einstellen. Innerhalb der ersten 8-12 Monate an der Klinik wird ihre berufliche Qualifikation anerkannt. Bis dahin arbeiten sie als Pflegehelfer. Ein zusätzliches Orientierungstraining bereitet die Bewerber auf das Leben außerhalb ihres Arbeitsumfeldes vor. In Deutschland angekommen, werden sie innerhalb des ersten Jahres zusätzlich von einer Integrations- und einer Behördenbegleitung unterstützt.

Die SRH Kliniken in Karlsbad-Langensteinbach, Bad Wimpfen, Neresheim und Heidelberg sowie die SRH Berufliche Rehabilitation Heidelberg starten nun in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit und der GIZ die Bewerbungsgespräche. Im Frühjahr 2016 werden die ersten Fachkräfte ihre Stellen antreten. Mehr zum Projekt „Triple Win“ auf den facebook-Seiten der SRH und unter: http://www.triple-win-pflegekraefte.de/

 

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