SRH Gesundheitszentrum Bad Wimpfen

Reha nach Schlaganfall boomt

Die Nachfrage ist gut, die Resonanz sehr positiv. „Mit rund 80 Betten in
der neurologischen Rehabilitation sind wir am Limit dessen, was wir
maximal verkraften können, “ sagt Professor Volker Hömberg, Chefarzt der
Abteilung im Gesundheitszentrum in Bad Wimpfen. Ein starkes Jahr nach
Eröffnung der neurologischen Reha lächelt der Professor zufrieden.

Zuweisungen Dass es eine Versorgungslücke im Raum Heilbronn etwa für
Schlaganfallpatienten nach dem Aufenthalt im Akutkrankenhaus gab, war
dem Unternehmen Stiftung Rehabilitation Heidelberg zwar bekannt.
„Unsere Erwartungen wurden aber übererfüllt“, sagt Volker Hömberg.
Eigentlich stehen in der Neurologie nur 65 Plätze bereit, in Spitzenzeiten
werden jedoch freie Betten aus anderen Abteilungen dazugenommen. Die
Patienten kommen vor allem aus der Region Heilbronn, Zuweisungen gibt
es auch von den Krankenhäusern Bad Mergentheim, Schwäbisch Hall,
Ludwigsburg oder Heidelberg. „Ich rechne damit, dass die Nachfrage
weiter steigt. Es gibt Interesse aus dem Stuttgarter Raum, aus Richtung
Karlsruhe, Mannheim und aus Bayern.“

So wie geplant, interdisziplinär mit den SLK-Kliniken Plattenwald und Gesundbrunnen zusammenzuarbeiten, etwa Mediziner auszutauschen,
damit sie den gegenseitigen Betrieb besser kennenlernen, lässt derzeit die
dünne Personaldecke nicht zu. „Die Kontakte sind sehr gut, aber Ärzte sind
kostbare Mangelware. Das erschwert solche Hospitanzen, obwohl wir das
gern machen würden.“

Bis zu 65 Prozent der Patienten in der neurologischen Reha haben einen
Schlaganfall erlitten, meist sind sie zwischen 50 und 75 Jahre alt. „Dass
Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen auf einen Schlaganfall
hindeuten und jede Minute zählt, wissen inzwischen viele Menschen. Je
schneller behandelt wird, desto besser.“ Der Prozentsatz der Patienten, die
in den ersten drei Stunden einen Arzt aufsuchten, sei in der Region relativ
hoch. Zudem werden Menschen behandelt, die nach einem Unfall unter
Schädel-Hirn-Trauma leiden oder an Multipler Sklerose erkrankt sind.

Intensiv will Hömberg sich künftig dem Thema Schluckstörungen widmen.
„Schlucken funktioniert nach einem Schlaganfall oft nicht mehr
automatisch und unproblematisch. Das kann lebensbedrohlich sein, etwa
wenn beim Verschlucken Essen in die Lunge gerät und eine
Lungenentzündung auslöst.“

Geschäftsführer Ein Ziel für die Zukunft ist für Prokuristin Katrin Math, die
ambulante Reha weiter zu stabilisieren. So soll die Zahl der Patienten von
täglich 40 auf 60 steigen. Nein, der Abschied von Geschäftsführer Volker
Kull sei für die medizinische Arbeit keine Erschwernis gewesen. „Natürlich
geht mit jedem personellen Wechsel eine Erschütterung einher. Aber die
Abteilung ist gut aufgestellt,“ sagt Math.

2013 beginnt ein spannendes Jahr für das Gesundheitszentrum in Bad
Wimpfen. Im Januar tritt Pierre Reiter als Geschäftsführer die Nachfolge
von Volker Kull an.

Im Herbst des kommenden Jahres soll der Baggerbiss für das 16 Millionen
teure neue Bettenhaus erfolgen – als Konsequenz der 2011 aufgebauten
Neurologie.

„Unsere Erwartungen wurden übererfüllt.“
Prof. Hömberg