Karlsbad-Langensteinbach

Psychiatrische Tagesklinik neu am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach

Chefarzt Prof. Dr. Matthias Weisbrod


Zehn neue Therapieplätze bieten medizinische Versorgung ohne stationäre Betreuung

Menschen, die an psychischen Erkrankungen wie z. B. Depressionen, Persönlichkeitsstörungen wie dem Borderline-Syndrom oder an Schizophrenie leiden, werden meist über einen längeren Zeitraum stationär behandelt. Danach geht es zurück in den Alltag. Dies ist für viele Menschen ein harter Schritt mit neuen alten Belastungen und einem erhöhten Rückfallrisiko.

Die Behandlung in einer psychiatrischen Tagesklinik bereitet einen sanften Übergang und verkürzt die stationäre Behandlungszeit. Auch Menschen, deren akute psychische Erkrankung noch keiner stationären Behandlung bedarf, profitieren von einer tagesklinischen Behandlung. Diese regionale Versorgungslücke schließt ab dem ersten Oktober die psychiatrische Tagesklinik am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach.

Zusammen für die Patienten
Der Gemeindepsychiatrische Verbund (GPV) des Landkreises Karlsruhe hat die Vorteile des SRH-Standortes erkannt und die Umsetzung einer Tagesklinik unterstützt. Die psychiatrische Tagesklinik auf dem Klinikcampus erweitert die bestehenden Strukturen durch neue Behandlungs- und Betreuungsangebote. Die Tagesklinik wird eng mit der stationären psychiatrischen Behandlung verzahnt und nutzt die vorhandenen Strukturen des Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) und der Rehabilitationseinrichtung für Psychisch Kranke (RPK). Bei körperlichen Begleiterkrankungen kann auf die Kompetenzen der organischen medizinischen Abteilungen zurückgegriffen werden. Speziell für die Behandlung von Suchterkrankungen besteht eine Kooperation mit der Suchtberatungsstelle Ettlingen.

„Unsere neue psychiatrische Tagesklinik bietet Menschen die Möglichkeit, sich unter Anleitung von Experten dem Alltag schrittweise zu nähern“, sagt Chefarzt Prof. Dr. med. Matthias Weisbrod. „Durch die vorhandenen Strukturen, die Anbindung und die regionalen Kooperationen können wir stationäre Behandlungsphasen verkürzen und sogar vermeiden.“

Vorteile für Patient und Gesundheitssystem
Neben einer umfassenden Diagnostik bietet die neue psychiatrische Tagesklinik allgemeinpsychiatrische und störungsspezifische Therapien, die individuell auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen. Wie groß der therapeutische Nutzen der neuen psychiatrischen Tagesklinik ist, erklärt Prof. Dr. Weisbrod: „Man kann bei psychischen Erkrankungen den positiven Einfluss einer langfristigen Re-Integration in die Gesellschaft nicht hoch genug bewerten. Unsere neue psychiatrische Tagesklinik baut eine tragfähige Brücke für Patienten, denen der Zugang zur Normalität ganz oder in Teilen verloren zu gehen droht.“

Auf diese Weise soll langfristig auch die Anzahl stationärer psychiatrischer Aufenthalte gesenkt werden. Das hilft dann nicht nur psychisch erkrankten und gefährdeten Menschen, es entlastet dauerhaft das Gesundheitssystem.