SRH Gesundheitszentrum Bad Wimpfen

Tag der offenen Tür beim SRH Gesundheitszentrum in Bad Wimpfen

Bad Wimpfen - Marco kneift ein Auge zu, nimmt Maß. "Konzentrier dich!" ruft der Vater noch. Da schießt der Ball schon zielgenau in den an der Wand lehnenden Wäschekorb. Tor! Marco reißt die Arme hoch.

Der Tag der offenen Tür beim Gesundheitszentrum der Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH) kommt Familie Riffel aus Bruchsal sehr gelegen. So können sie die Oma besuchen, und der Neunjährige tobt sich beim Bewegungsparcours aus.

Programm für Kinder und Erwachsene

Das Programm mit dem Schwerpunkt ambulante Rehabilitation, der seit 2011 neuen eigenständigen Abteilung, konzentriert sich nicht nur auf den Nachwuchs. Auch die Erwachsenen stehen im Fokus. Wobei die Fische auf dem Monitor im Therapiezentrum durchaus den Spieltrieb ansprechen.

Ziel des computerunterstützten Trainings: Mobilität und Stabilität zu verbessern. Ergotherapeutin Petra Nagel hat zwei Sensoren an Becken und Steißbein befestigt und lenkt mit Hüftbewegungen den Fisch auf dem Bildschirm in die richtige Unterwasserhöhle. Ihr Kollege Joachim Berger ist vom Nutzen überzeugt. "Viele Patienten haben eine blockierte Wirbelsäule. Durch das Spiel vergessen sie völlig ihre Schonhaltung."

Im Liegestütz den Körper austarieren, die Hände dabei auf wackligen Ballkissen, oder auf einer Wippe stehen, die Füße auf drehenden Scheiben - Möglichkeiten zum Selbstversuch gibt es viele. Und: "Das muss man üben", räumt Physiotherapeutin Silke Reuter-Peter ein. "Aber wer dranbleibt, schafft das noch mit 80." Medizinische Fachvorträge bieten eine Verschnaufpause.

Gute Resonanz

Patienten etwa direkt nach Knie-, Hüft- und Schulteroperationen oder mit chronischen Rückenschmerzen nehmen die ambulante Rehabilitation in Anspruch. "Das Angebot wird sehr gut angenommen," sagt Dr. Annemarie Janssen, ärztliche Leiterin des Bereichs. Bis zu 40 Patienten täglich betreut sie mit ihrem Team in der ambulanten Nachsorge. Die nutzen häufig den Fahrdienst des Gesundheitszentrums. Bis zu 120 Patienten im halben Jahr kommen nach der Reha zwei Mal die Woche zum Training.

Und weil zu viele Kilos Gelenke und das Herz-Kreislauf-System belasten, bietet Diätassistentin Kornelia John in der Lehrküche Leichtes: Kürbissuppe und Kräutersalat. "Wir wollen mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Leute sagen, das schmeckt nicht, was ihr macht."

Quelle: Heilbronner Stimme von Petra Müller-Kromer