COMPUTERGESTÜTZTE THERAPIE AM
SRH GESUNDHEITSZENTRUM BAD WIMPFEN

Roboter in der Reha. Wie Therapeuten und Patienten vom technischen Fortschritt profitieren.

Viele Wiederholungen führen zum Erfolg. Das gilt besonders für Patienten nach einem Schlaganfall, die das Gehen oder die Bewegung der Arme neu erlernen müssen. Fordern ohne zu überfordern – das ist die Devise, nach der Prof. Dr. Volker Hömberg und sein Therapeutenteam in der neurologischen Frührehabilitation arbeiten. Sie wissen, oft fallen die Übungen schwer, darum setzen sie Roboter in der Reha ein. Die weißen, geduldigen Kollegen sorgen dafür, dass Patienten bereits in einer frühen Phase Erfolge erleben. Die modernen Therapiesysteme erleichtern das Training und steigern die Motivation mit Übungen, die wie Computerspiele Spaß machen und dazu motivieren, das nächste Level zu erreichen.

Volker Hömberg hat die Neurologie am SRH Gesundheitszentrum Bad Wimpfen aufgebaut. Der Chefarzt führte Therapieroboter ein und machte die Rehaklinik im Landkreis Heilbronn zu einem der Vorreiter in Deutschland. Seine Patienten sollen von innovativen Therapieverfahren profitieren und schnell wieder ein selbstständiges Leben führen können. Die Rehabilitation mit Robotern bringt sie diesem Ziel näher. Sensoren und intelligente Algorithmen im ArmeoPower erkennen, wenn der Patient eine Bewegung nicht ausführen kann und das Gerät unterstützt ihn soviel es nötig ist. So erhält jeder eine Therapie, die den persönlichen Fähigkeiten entspricht. Der Neurologe weiß: Je individueller eine Therapie, desto besser wirkt sie.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse treiben Volker Hömberg bei seiner Arbeit an. Und er trägt selbst zur Forschung bei: Im hauseigenen Referenzzentrum für computergestützte Therapie vernetzen Mediziner und Ingenieure ihr Wissen, um Gang- und Armroboter Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Denn Beharrlichkeit und Neugier führen zum Erfolg.

Auf einen Rollstuhl angewiesen sein und trotzdem gehen – das war lange undenkbar. Dabei ist Bewegung in der Therapie von Schlaganfallpatienten oder Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen wesentlich. Der Gangtrainer Lokomat bringt selbst schwer beeinträchtigte Patienten auf die Beine. Ein Gurtsystem entlastet vom Eigengewicht, die Beine befinden sich in einer Gangorthese, Motoren bewegen die Hüft- und Kniegelenke. Der Patient geht.

Im halbstündigen Gangtraining vollzieht der Körper das natürliche Bewegungsmuster, sodass Muskeln und Nerven wieder aktiviert werden. Ein Therapeut leitet den Patienten an und überwacht das Gangmuster auf einem Monitor. Er steigert oder senkt die Anforderung, indem er Geschwindigkeit, Belastung und Roboterunterstützung individuell an die Fähigkeiten anpasst. Ein derart intensives und langes Üben ist mit klassischem Laufbandtraining undenkbar.

Bis zum Gehen ohne technische Unterstützung bleibt es ein langer Weg. Um Patienten für das tägliche Training über mehrere Wochen zu motivieren, schafft der Gangroboter ein spielerisches Umfeld. Selbst betagte Patienten haben Spaß daran, mit ihren Bewegungen einen Avatar durch eine virtuelle Landschaft zu steuern, die vor ihnen auf einem großen Bildschirm erscheint. Je genauer ihr Bewegungsmuster ist, desto mehr Punkte sammeln sie. Das spornt an, sich beim nächsten Mal noch mehr anzustrengen.