Suhl

In Thüringen einzigartig: 3D-Scanner hilft bei exakter Tumor-Bestrahlung

In der Klinik für Strahlentherapie im SRH Zentralklinikum Suhl hat eine weitere High-Tech-Komponente Einzug gehalten: ein digitales Scan-System sorgt dafür, dass Patienten bei ihrer Bestrahlung superexakt positioniert werden. Darüber hinaus erkennt das System selbst kleinste Bewegungen während der Bestrahlung und kann sie notfalls unterbrechen, bis die korrekte Position wieder erreicht ist. Auf diese Art werden gesundes Gewebe maximal geschont und Tumoren wirkungsvoll bekämpft. Es ist das erste System seiner Art in Thüringen.

Vor der ersten Behandlung fertigen drei fest installierte Kameras einen hochauflösenden 3D-Scan der Körperoberfläche des Patienten an. "Das passiert einfach mit Licht. Wie eine virtuelle Schablone wird dieser Scan von unserem System vor jeder weiteren Behandlung – die bis zu acht Wochen lang täglich stattfinden kann – über den Körper unserer Patienten gelegt, um so für ihre exakte Lage zu garantieren. Unser Bestrahlungstisch mit dem Patienten fährt dann automatisch in die richtige Position unter das Bestrahlungsgerät. Sprichwörtlich liegen unsere Patienten damit immer richtig", erklärt Medizinphysiker Dirk Schröder.

Und das System kann noch mehr: "Eine Bestrahlung dauert in der Regel nur wenige Minuten. Bewegt sich unser Patient währenddessen, unterbricht das neue Kamerasystem die Bestrahlung für einen Moment automatisch und fährt dann nach erfolgter Lagekorrektur fort. So können wir gesundes Gewebe maximal schonen", ergänzt Chefarzt Dr. Jürgen Füller.

Aufbauend auf Erfahrungen anderer Kliniken mit atemgesteuerter Bestrahlung ermöglicht der Suhler 3D-Scanner sogar eine berührungslose, effiziente Alternative. Bei bestimmten Tumorarten wird vor der ersten Bestrahlung eine Atemkurve des Patienten als Referenz aufgezeichnet. Das System "sieht" dann während der Bestrahlung, wann sich der Brustkorb des Patienten hebt und senkt und kann so bestimmen, wann die energiereichen Röntgenstrahlen den Tumor am besten erreichen. Durch die Technik werden andere Organe in der Nachbarschaft maximal geschont. Patienten sehen über eine Videobrille ihre Atemkurve und steuern mit ihrer bewussten Atmung die Behandlung mit.

"Die Investition im Wert von 260.000 Euro im SRH Zentralklinikum Suhl steht in Kürze auch in unserer Schwester-Klinik in Gera an. In Suhl nehmen wir damit in Thüringen die Pionierrolle ein und sind besonders stolz, dass wir unseren ambulanten und stationären Patienten diese sichere und schonende Technik anbieten können", erklärt Chefarzt Dr. Füller.