
Über das Sprechen, Atmen und Schlucken macht sich ein gesunder Mensch keine Gedanken. Die Stimmbänder im Kehlkopf steuern diese Tätigkeiten fast automatisch. Sind die Stimmbänder jedoch gelähmt, können die Betroffenen nur noch schwer atmen oder sprechen. Am SRH Wald-Klinikum Gera forscht HNO-Chefarzt Privatdozent Dr. med. Andreas Müller an einem Kehlkopfschrittmacher um diesen Patienten Lebensqualität zurück zu geben.
Jedes Jahr erkranken weltweit etwa eine viertel Million Menschen an einer Stimmbandlähmung. Krebs, Halsverletzungen, Schlaganfälle oder Operationen an der Schilddrüse sind die häufigsten Ursachen. In den meisten Fällen wachsen die Stimmbandnerven nach. Dabei kommt es jedoch oft zu Fehlverbindungen zwischen den Nerven und den Kehlkopfmuskeln. „Muskeln und Gelenke des Kehlkopfs bleiben zwar funktionstüchtig, werden aber falsch gesteuert. Diesen Umstand machen wir uns zunutze um in die Kehlkopfbewegung einzugreifen“, sagt Müller. Die feinen Elektroden des Kehlkopfschrittmachers übernehmen die fehlende Steuerung und aktivieren mit Stromimpulsen die Nerven im Muskel. Damit würden die Stimmbänder ihre Beweglichkeit zurück erhalten und der Patient könnte wieder weitgehend normal atmen und sprechen.
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