Metropolregion wird "District of Creativity"
(Heidelberg, 02.06.2008) European Media Laboratory und SRH Holding als Gastgeber der TopTour des Wirtschaftsministeriums
Die Metropolregion Rhein-Neckar will die klügsten Köpfe anziehen. Dabei geht es den Unternehmen in der Region vor allem um hoch qualifizierte Fachkräfte und kreative Denker. Ein wichtiger Baustein ist dabei der internationale Austausch mit anderen Regionen. Kein Wunder, dass das baden-württembergische Wirtschaftsministerium mit seiner aktuellen „TopTour“ zur Förderung von Kreativität und Innovation gleich mehrfach in der Metropolregion Rhein-Neckar Halt machte. 25 Entscheidungsträger aus Regionen in Belgien, Italien, USA, Kanada, Frankreich und Spanien waren in Mannheim und Heidelberg zu Gast. Sie reisten durch das Land und informierten sich über die Lage in Baden-Württemberg.
In der SkyLounge im blauen SRH Tower legte Vorstandschef Prof. Klaus Hekking den Gästen dar, wie man am Stauverhalten von Deutschen und Vietnamesen kreatives Denken lernen kann. Sein Fazit: Bürokratie und Regelungswut stehen der unternehmerischen Kreativität buchstäblich im Weg. Prof. Peter Meusburger, Seniorprofessor der Universität Heidelberg, erläuterte in seinem Vortrag, dass es seit dem Mittelalter Regionen der Kreativität gibt, deren Wachstum Politik und Unternehmen gezielt fördern können.
Im Studio der Villa Bosch stellte Dr. Carsten Günther das European Media Laboratory (EML) und seine erfolgreiche Ausgründung Heidelberg mobil international (HDM-I) vor. Das EML hat das erste Stadtinformationsportal für internetfähige Handys in Deutschland entwickelt. HDM-I bietet diese Softwareplattform auch für Messen, große Firmen und Einkaufszentren an.
Danach diskutierten die ausländischen Gäste mit Industrievertretern aus der Region über Kreativität und Innovation als Erfolgsfaktoren für Unternehmen und Regionen. Das Resümee fiel positiv aus: „Von der Einwohnerzahl, der Fläche und dem Potenzial an kreativen Köpfen ist die Metropolregion mit dem Silicon Valley vergleichbar“, sagte Dr. Engelbert Quack (SAP). Dabei wirkten große Unternehmen wie SAP oder BASF „wie Magneten, die kleinere Firmen anziehen und so die Attraktivität der Region erhöhen“, so Jürgen Fritz (SAS). Das internationale Flair und die Nähe zur akademischen Welt seien ebenfalls Pluspunkte. Hier zieht anscheinend der Standort Heidelberg. „Bei uns arbeiten 420 Mitarbeiter aus 28 Nationen“, erläuterte Andrew Goodwin, dessen Unternehmen Verivox das führende Verbraucherportal in Deutschland betreibt. „Heidelberg hat eine hervorragende Infrastruktur“, pflichtete Dr. Heinrich Stüttgen von NEC Lab Europe bei, das sein Hauptquartier in der Neckarstadt hat.
Kritisch sahen die Industrievertreter hingegen die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die bestehenden Einwanderungs- und Arbeitsgesetze beispielsweise erschwerten es, qualifizierte Kräfte aus dem Ausland anzuwerben. Eine vernünftige Liberalisierung könnte hier ein Mittel sein, um das Wachstum der Kreativität nachhaltig zu beeinflussen.

