Rückschritt bei Tarifverhandlungen in Neckargemünd
(Heidelberg / Neckargemünd, 11.03.2008) Nachforderungen der Gewerkschaft gefährden Haustarifvertrag im Berufsbildungswerk
Kurz vor der Unterzeichnung des Haustarifvertrags für die Beschäftigten des Berufsbildungswerks Neckargemünd stellt die Gewerkschaft Verdi die bereits erzielten Ergebnisse wieder in Frage. Beide Seiten hatten sich auf eine Lohnerhöhung um 2,9 Prozent und eine zusätzliche Einmalzahlung verständigt. Der Haustarifvertrag sollte an den Tarifvertrag der Länder angelehnt werden, wobei die Beschäftigten in Neckargemünd bei Urlaub und freien Tagen mit bis zu 42 Tagen sogar erheblich besser gestellt würden, als ihre Kollegen im öffentlichen Dienst. Auch die Wochenarbeitszeit sollte mit 39,5 Stunden, bzw. 38,5 Stunden für Schichtdienstler, geringer ausfallen, als bundesweit üblich.
Überraschend hat Verdi nun die erzielte Einigung nun wieder aufgekündigt und Nachforderungen gestellt, die weit über die Möglichkeiten des BBW hinausgehen. Um Sonder-Privilegien über den öffentlichen Dienst hinaus durchzusetzen, hat Verdi jetzt einen Streik zu Lasten der behinderten Jugendlichen im Berufsbildungswerk angekündigt. Vorstand und Geschäftsführung weisen dieses Vorgehen nach der Devise "Was geht mich meine Zusage von gestern an", entschieden zurück. Tarifverhandlungen können nicht alle 14 Tage wieder bei Null beginnen. Man müsse auf das Wort der Gewerkschaft vertrauen können. Sie fordern Verdi auf, die Verhandlungen auf Basis der ausgehandelten Einigung abzuschließen. Schließlich warteten die Beschäftigten jetzt seit Monaten auf die Umsetzung der vereinbarten Gehaltssteigerungen.

